Wandaufbauten Massivhaus

Nov 23, 2022 | Blog

Worin unterscheiden sich eigentlich die verschiedenen Außenfassaden von Massivhäusern? Neben der Werbeaussage „glückliche Bauherren“ oder „stressfreies Bauen“ ist vielen Bauherren gemäß einer Umfrage im Jahr 2021 nicht bewusst, worin sich die möglichen Bauweisen beim Massivhaus-Bau eigentlich unterscheiden.

Massivhaus, „Stein auf Stein“:

Beim Massivhaus-Bau kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass bei einer reinen Bauzeit von 8 – 12 Monaten das Haus von der Bodenlatte bis zum Dach errichtet wird, wenn man einen Anbieter von schlüsselfertigen Dienstleistungen beauftragt. Hierbei wird auf die Bodenplatte das Außen- und Innenmauerwerk gebaut, welches mit verschiedenen Dämm-Möglichkeiten und Fassaden versehen ist und somit den gewünschten Wärmedämmgrad erhält. Es gibt beim Massivhausbau grundsätzlich zwei verschiedene Bauweisen:

– monolithische Bauweise
– mehrschalige Bauweise

Bei der monolithischen Bauweise wird eine, in der Regel dickere Außenwand errichtet, die aufgrund der Mauerwerksmasse bereits einen hohen Wärmedämmgrad bietet. Je nach gewünschter Dämmleistung ist hier bei manchem Anbieter auch eine Wärmedämmung in den (Hochloch-) Steinen eingebaut, die den Wärmedämmgrad noch verbessern und eine geringere Steindicke ermöglichen. Neben dem reinen monolithischen Mauerwerk wird häufig auf ein dünneres 17,5 cm dickes Außenmauerwerk eine zusätzliche Dämmung mit einer Dicke von ungefähr 16 cm aufgebracht, die das Mauerwerk von außen gegen Temperatur und Feuchtigkeit dämmt. Das sog. „Wärmedämm-Verbundsystem“ besteht aus einer Polysterol-Dämmung, die auf die Außenwand aufgeklebt wird und dann von außen verputzt und gestrichen werden kann. So entsteht eine wärmedämmende, verputzte Fassade mit hohem Dämmwert Allerdings ist bei einem Wärmedämm-Verbundsystem zu beachten, dass dieses das Mauerwerk von außen abdichtet und so besonders darauf geachtet werden muss, dass der Taupunkt (also der Punkt, an dem die Feuchtigkeit aus der Luft kondensiert) nicht innerhalb des Mauerwerks liegt, um Schimmel- oder Algenprobleme zu vermeiden.

Sollte der Bauherr diese Art der Dämmung nicht wünschen, kann das dickere monolithische Mauerwerk gewählt werden, um dann ohne eine separat aufgebrachte Außendämmung den gewünschten Dämmeffekt zu erreichen. Hierbei bleibt das Außenmauerwerk diffusionsoffen und kann besser „atmen“, also den Luft- und Feuchtigkeitsaustausch vornehmen. Leider hat diese Bauweise technische Grenzen.

Eine zweischalige Außenwand besteht entgegen der monolithischen, also einschaligen Bauweise aus zwei voneinander getrennt gebauten Mauerwerksschalen. Hier wird neben dem Innenmauerwerk eine weitere Außenwand errichtet, die entweder aus dem gleichen Stein wie die innere Mauerschicht besteht und dann verputzt wird, oder aus Klinkersteinen, welche von außen dann als Klinkermauerwerk zu sehen sind. Zwischen den beiden Mauern wird eine Luftschicht und einen „innenliegende“ Dämmung eingebaut, die eine Hinterlüftung der inneren der beiden Außenwände gewährleistet und gleichzeitig dafür sorgt, dass die innere Außenwand gedämmt und gegen Kälte (und im Sommer gegen Wärme) von außen geschützt ist.

Neben der regional unterschiedlichen Verteilung der beiden, von außen deutlich unterschiedlichen Fassadenvarianten (im Norden Deutschlands ist die Klinkerfassade deutlich häufiger anzutreffen als im Süden des Landes) ist der deutliche Preisunterschied (die zweischalige Variante ist je nach Hausgröße zwischen 15.000,- und 30.000,- teurer) der häufigste Entscheidungsgrund für oder gegen die eine oder andere Variante.